Göppingen, 25.Juni 2026 – Die Delegiertenversammlung der IG Metall Filstal hat am
Dienstag einstimmig die „Filstäler Forderung“ beschlossen. Unter dem Motto
„Sozialstaat verteidigen – Industrie sichern – Gute Arbeit schützen“ positioniert sich
die Gewerkschaft klar gegen aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen
zulasten der Beschäftigten.
Die Delegierten sehen einen organisierten Angriff auf den Sozialstaat und zentrale
Arbeitnehmerrechte. Getrieben von Arbeitgeberverbänden, neoliberalen
Lobbyorganisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sowie
politischen Kräften aus dem konservativen und rechten Spektrum würden soziale
Sicherungssysteme geschwächt und Belastungen einseitig auf Beschäftigte verlagert.
Klare Kritik an Reformplänen
Die IG Metall im Filstal kritisiert insbesondere geplante Veränderungen in der Renten-,
Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik sowie Angriffe auf Arbeitszeitregelungen und die
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
„Was als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit ein Angriff auf Solidarität, Gerechtigkeit
und den Respekt vor der Lebensleistung der Beschäftigten“, sagt Michael Kocken, 1.
Bevollmächtigter der IG Metall.
Die Delegierten sprechen sich entschieden aus gegen:
Sozialstaat stärken statt abbauen
Die IG Metall Filstal fordert stattdessen eine Stärkung der gesetzlichen Rente, eine
solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, den Erhalt sozialer
Sicherungssysteme sowie eine klare Absage an weitere Deregulierung des
Arbeitszeitgesetzes.
„Der Sozialstaat ist keine Belastung, sondern eine Voraussetzung für wirtschaftliche
Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont Kocken.
Industriearbeitsplätze im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zukunft der Industrie in der Region.
Angesichts des Strukturwandels fordert die IG Metall im Filstal eine aktive
Industriepolitik zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Mit der geplanten Filstalkonferenz 2.0 (16.10.2026) will die Gewerkschaft gemeinsam
mit Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft konkrete Perspektiven
entwickeln – unter anderem für neue industrielle Ansiedlungen im Bereich Greentech
und Nachhaltigkeit.
„Transformation darf nicht Arbeitsplatzabbau bedeuten – sie muss Beschäftigung
sichern und neue industrielle Stärke schaffen“, so die klare Botschaft.
Appell und Ausblick
Mit der „Filstäler Forderung“ kündigt die IG Metall im Filstal an, sich aktiv in politische
Debatten einzumischen und Druck aufzubauen. Die Delegiertenversammlung ruft
zudem dazu auf, sich an gewerkschaftlichen Protesten zu beteiligen.
„Wer unsere Rechte angreift, bekommt unseren Widerstand“, heißt es abschließend.