Pressemitteilung Tarifflucht bei MAG IAS in Eislingen

Faire Freunde sind wertvoll. Nur behandelt der Maschinenbauer MAG IAS in Eislingen, der zur Fair Friend Group gehört, seine Beschäftigten nicht fair und begeht ein böses Foul durch Tarifflucht.

Pressemeldung

13. Oktober 2026 13. Oktober 2026


Eislingen - MAG IAS geht auf die traditionsreichen Maschinenbauer Böhringer in Göppingen und Ex-Cell-O in Eislingen zurück. Die Entwicklung des Unternehmens spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen viele industrielle Traditionsbetriebe in der Region in den vergangenen Jahren konfrontiert waren.

Aus Sicht der IG Metall sind die heutigen Probleme nicht auf Mitbestimmung oder Tarifbindung zurückzuführen. Vielmehr wurden über Jahre hinweg strategische Fehlentscheidungen getroffen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens geschwächt haben. Bereits unter früheren Eigentümern wurde eine Wachstumsstrategie verfolgt, die maßgeblich auf aggressive Preisgestaltung setzte und die wirtschaftliche Basis des Unternehmens nachhaltig belastete.

Zukunft auf dem Rücken der Beschäftigten

2015 verkaufte der Eigentümer MAG dann an die Fair Friend Group (FFG). „Wir kennen MAG nur als kriselndes Unternehmen. In den letzten 10 Jahren haben wir einen Ergänzungstarifvertrag nach dem anderen gemacht“, sagt der zuständige IG Metall Sekretär Pascal Holz. „Immer wieder haben wir mit den IG Metall Mitgliedern gemeinsam versucht dem Unternehmen durch Beiträge zu helfen“ resümiert der Metaller mit Blick auf die Millionen Verzichte der Beschäftigten.

Aber es wurde nicht besser und das Unternehmen hielt starr an den bestehenden Produkten fest. Selbst ein Zukunftsvertrag, der helfen sollte, dass Ideen entstehen, um künftige Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen, scheiterte an der offensichtlichen Willenlosigkeit des Eigentümers.

 2025 wurden noch Beiträge der Beschäftigten realisiert und 2026 kam eine große Entlassungswelle.

„Und jetzt das grobe Foul“, mein Michael Kocken, Geschäftsführer der IG Metall im Filstal „erst will der Geschäftsführer bei MAG wieder einen Eingriff in einen Tarifvertrag und nun wissen wir, dass er bereits vor Verhandlungsbeginn Tarifflucht begangen hat.“

 Das will die IG Metall so nicht hinnehmen. „Wenn jemand null Respekt vor den Verhandlungspartnern und vor seiner Belegschaft zeigt und unehrlich ist, hat er jedes Vertrauen verspielt“.

 Die IG Metall wird nun mit den Mitgliedern beraten, wie es weiter geht. Ein Arbeitskampf ist nicht ausgeschlossen. „Tarifflucht gelingt nur, wenn eine Belegschaft sich das gefallen lässt“ sagt der Gewerkschafter Holz abschließend.

 Die IG Metall hat heute den ersten Schritt gemacht: Auf der Betriebsversammlung übergab Pascal Holz der Geschäftsführung die schriftliche Aufforderung, Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufzunehmen. „Tarifflucht ist eine bewusste Entscheidung. Genauso bewusst kann man sich aber auch für Tarifbindung, Respekt und faire Bedingungen entscheiden. Jetzt liegt der Ball beim Arbeitgeber“, sagt Holz abschließend.