Göppingen, Oktober 2026 – Mit einer feierlichen Jubilarveranstaltung hat die IG Metall Filstal ihre langjährigen Mitglieder geehrt. Insgesamt wurden in diesem Jahr 287 Jubilarinnen und Jubilare für 40, 50, 60, 70 und sogar 75 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Zusammengerechnet stehen sie für beeindruckende 4.290 Jahre Mitgliedschaft und gelebte Solidarität.
Zu Beginn der Veranstaltung gedachte die IG Metall den verstorbenen Jubilarinnen und Jubilaren des vergangenen Jahres mit einer Schweigeminute.
In seiner Begrüßung würdigte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Filstal, Michael Kocken, die besondere Bedeutung gewerkschaftlichen Engagements:
„4.290 Jahre Mitgliedschaft stehen für weit mehr als eine Zahl. Sie stehen für Menschen, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen haben, die Solidarität gelebt und dazu beigetragen haben, dass gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Mitbestimmung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern Realität.“
Kocken verwies zugleich auf die aktuellen Herausforderungen im Filstal:
„Gerade in Zeiten der industriellen Transformation, des Beschäftigungsabbaus und zunehmender Tarifflucht zeigt sich, wie wichtig starke Gewerkschaften sind. Die Kraft der IG Metall entsteht durch ihre Mitglieder. Deshalb stehen unsere Jubilarinnen und Jubilare heute im Mittelpunkt.“
Besonders persönlich wurde die Veranstaltung für Kocken selbst. Auch er konnte in diesem Jahr auf 40 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall zurückblicken.
„Die IG Metall ist für mich weit mehr als eine Organisation. Sie ist eine Gemeinschaft von Menschen, die füreinander einstehen. Darauf bin ich nach 40 Jahren Mitgliedschaft genauso stolz wie am ersten Tag.“
Als Festredner konnte die IG Metall Filstal den langjährigen ehemaligen geschäftsführenden Vorstand der IG Metall, Hans-Jürgen Urban, begrüßen.
In seiner Festansprache spannte Urban den Bogen von den historischen Leistungen der Gewerkschaftsbewegung hin zu den Herausforderungen der Gegenwart. Er warnte vor Angriffen auf den Sozialstaat, vor sozialer Spaltung und vor demokratiegefährdenden Entwicklungen.
„Der Kampf um die Zukunft des Sozialstaates bleibt der Kampf um die Zukunft unserer Gesellschaft. Mit dem Sozialstaat stehen Humanität und Solidarität auf dem Spiel.“
Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die gesetzliche Rente sagte Urban:
„Wer behauptet, höhere Renten seien verrückt, dem antworte ich: Eine Rente mit 68, 69 oder 70, das nenne ich verrückt.“
Zugleich bekräftigte er die zentrale Rolle der Gewerkschaften:
„Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben nie zu den Hoffnungslosen gehört. Unseren Optimismus schöpfen wir aus dem Vertrauen in die Richtigkeit unserer Sache – und aus der Kraft der Solidarität.“
Zum Abschluss dankte Urban den Jubilarinnen und Jubilaren für ihre jahrzehntelange Treue:
„Heute ist der Tag, verdienten Kolleginnen und Kollegen einfach Danke zu sagen. Dass ihr eurer Organisation über so viele Jahre die Treue gehalten habt, macht uns stolz.“
Die musikalische Begleitung der Feier übernahm der Musiker und Gewerkschafter Boris Schwürz.
Michael Kocken zog am Ende der Veranstaltung ein positives Fazit:
„Unsere Jubilarinnen und Jubilare haben über Jahrzehnte mit dafür gesorgt, dass die IG Metall eine starke Stimme für Beschäftigte geblieben ist. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern unseren größten Respekt.“