Filstalkonferenz 2.0 Gemeinsam die industrielle Zukunft des Filstals gestalten

Mut zur Gestaltung statt Stillstand: Mit klaren Ideen und konkreten Projekten haben Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Netzwerken und Gewerkschaften auf der Filstalkonferenz 2.0 über die industrielle Transformation der Region diskutiert.

Filstalkonferenz 2.0

20. Oktober 2026 20. Oktober 2026


Im Mittelpunkt standen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und die Frage, wie das Filstal seine industrielle Stärke auch künftig sichern kann.

 „Jammern ist auch keine Lösung“, brachte Moderator Thomas Ranft die zentrale Botschaft der Konferenz bereits in seinem einleitenden Beitrag auf den Punkt. Statt über die Herausforderungen der Transformation zu klagen, müsse die Region ihre Chancen erkennen und gemeinsam neue Wege beschreiten.

 Hochkarätige Gäste und Referenten gaben den Teilnehmenden im Verlauf des Tages wertvolle Impulse. Besonders die am Nachmittag durchgeführte Fishbowl-Diskussion sorgte für intensive Debatten und zahlreiche neue Perspektiven. Auf dem Podium diskutierten Gunnar Mey (Baden-Württemberg International - BW_i), Jonas Umgelter (Umwelttechnik BW), Prof. Dr. Henning Wilts sowie Michael Kocken über die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Filstal.

Die Diskussion machte deutlich, dass die Herausforderungen der industriellen Transformation nur gemeinschaftlich bewältigt werden können. Gleichzeitig wurde aber auch sichtbar, dass das Filstal über zahlreiche Kompetenzen, Unternehmen und Akteure verfügt, die gemeinsam eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Industrieentwicklung einnehmen könnten.

Konkrete Vorschläge für ein industriepolitisches Zukunftspapier

Als wesentliches Ergebnis der Konferenz schlug Michael Kocken vor, ein industriepolitisches Zukunftspapier für das Filstal zu entwickeln. Dieses Papier soll von den Teilnehmenden und relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft getragen werden und als gemeinsamer Handlungsrahmen dienen.

Kocken stellte dabei vier konkrete Schlüsselprojekte vor:

 1. Circular Valley Filstal gründen
Ziel ist der Aufbau eines regionalen Netzwerks für geschlossene Wertstoffkreisläufe. Rohstoffe, Materialien und Bauteile sollen möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten und mehrfach genutzt werden. Hierzu sollen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Partner über bestehende Strukturen wie das Transformationsnetzwerk CARS 2.0 sowie Umwelttechnik BW zusammengebracht werden.

2. Kompetenzzentrum Remanufacturing etablieren
Mit einem Kompetenzzentrum für Remanufacturing könnte das Filstal zu einem führenden Standort für die industrielle Wiederaufbereitung hochwertiger Produkte und Komponenten werden. Gerade für die Metall- und Elektroindustrie eröffnen sich hier neue Geschäftsfelder, die Wertschöpfung sichern und Ressourcen schonen.

3. Industrieller Materialpass Filstal
Ein weiterer Vorschlag ist die Entwicklung eines digitalen Materialpasses. Dieser soll die Nachverfolgbarkeit von Materialien und Bauteilen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg ermöglichen. Transparente Rohstoffströme und digitale Dokumentation gelten als wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Industrieproduktion.

 4. Reallabor „Klimaneutrale Industrie im Filstal“
Darüber hinaus regte Kocken die Einrichtung eines regionalen Reallabors an. In diesem könnten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und weitere Partner gemeinsam innovative Ansätze für eine klimaneutrale Industrie entwickeln und erproben. Dabei gehe es ausdrücklich um ein Gemeinschaftsprojekt, das weit über einzelne Branchen hinausreiche.

 „Wir müssen Banden bilden“, betonte Kocken. Neben Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie müssten auch Akteure aus anderen Branchen, Wissenschaftseinrichtungen, Netzwerken, Kommunen und Verbänden eingebunden werden. Nur durch ein starkes regionales Bündnis könne die Transformation erfolgreich gestaltet werden.

 Aufbruchsstimmung für das Filstal

Die Filstalkonferenz 2.0 zeigte eindrucksvoll, dass es in der Region nicht an Ideen, Expertise und Engagement mangelt. Die zahlreichen Impulse aus Vorträgen und Diskussionen verdeutlichten: Das Filstal hat die Chance, sich als Modellregion für nachhaltige Industrie, Kreislaufwirtschaft und innovative Wertschöpfungsketten zu positionieren.

Nun gilt es, die auf der Konferenz entwickelten Ideen in konkrete Projekte zu überführen. Der Vorschlag eines gemeinsamen industriepolitischen Zukunftspapiers könnte dabei den Startpunkt für einen neuen Schulterschluss der Region bilden.

Denn eines wurde auf der Filstalkonferenz 2.0 deutlich: Die industrielle Zukunft des Filstals entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch gemeinsames Handeln.